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Stimmen zum Camino 2006



Der Weg, das Ziel - und nochmals eine Fortsetzung

Was soll ich sagen? Noch vier Monate nach dem Camino auf der originalen Strecke von Pamplona nach Santiago de Compostella im Mai 2006 hat es mich nicht gepackt, eine Geschichte zu schreiben von der Sorte, wie ich sie nach Rückkehr von der ersten Fahrt 2004 von Bilbao aus am Meer entlang über die Berge nach Santiago binnen weniger Nächte geschrieben hatte, noch ehe die Bilder fertig waren, die ich damals im Heiligen Jahr gemacht hatte.

Jetzt, da das Camino-Nachtreffen auf dem Kalender steht und Heinrich mich nochmals vorwurfsvoll darauf aufmerksam machte, dass ich ja noch immer nichts geschrieben hätte, worauf sich prompt Regen und Kühle eingestellt haben, so daß ich wg. Ablenkung und so keine Entschuldigung mehr hatte, jetzt dienen mir die Bilder, meine eigenen und noch mehr das gepflegte Album von Mathias als Wachrüttler: Seite für Seite, auf denen ich mich quasi als Streckenplan entlang hangeln kann, kommen die Erinnerungen zurück.

Eine Parallele zur ersten Reise gibt es gleich zu Beginn. Wie damals habe ich mich auch zu dieser Reise in einer Gruppe spontan und aus dem Bauch heraus ent- und der Gruppe angeschlossen, von denen ich nur Stefans Vater Mathias Sendelbach dem Namen nach kannte, der dann aber auch gleich wieder aus dem Blickfeld entschwand, weil Walter als Chef von det Janze die Formalitäten und Korrespondenz übernommen hatte. Bis dann beim Treffpunkt am Flughafen sich Mathias spontan vorstellte, weil er mich vom Bild im Buch her zu erkennen glaubte und damit einen Volltreffer landete. Und ich war froh, als nach dem Eintreffen aller, die sich zum Teil freudigst und überschwänglich begrüßt hatten, ich auch einer unter den 18 Leuten war, der wenigsten einen Menschen kannte.

Ein zweiter kam hinzu, im Flugzeug, der partout seinen Platz am Gang behaupten

wollte und musste, und ich halt dann in der Reihe nebenan in die Mitte rückte, weil der Herr Nachbar ein Stück Eisen im Knie hatte, das ihn berechtigte, das Bein am Gang auszustrecken.

Am Abend dann wurde der Herr mein erster Zimmer-, später mein permanenter Schnarchgenosse, auf der Fahrt ein ebenso guter Kumpel wie Gourmet und Weinkenner und jetzt ist Heinrich einfach mein Freund und seit na ja, sagen wir mal rund 1.000 gemeinsamen Radl-Kilometern (darunter als highlight die Fahrt auf den Großglockner) auch wieder der Kumpel, mit dem zusammen ich weitere Reisen in weit entfernte Länder auf anderen Kontinenten für 2007/8 plane, sofern uns der große Manitou gut gesonnen bleibt. So hatte der Camino 2006 in großer Gruppe bei der Fixierung auf einzelne Personen doch noch ein Erfolgserlebnis, ein weiteres bahnt sich an und der Besuch in Dresden und das Abendessen mit Spaziergang mit Richard und sein neulicher Brief mit besten Grüssen an die Nachweh-Gruppe lässt sogar vermuten, dass Heinrich und ich im nächsten Jahr mal bei Richard aufkreuzen werden. Wenn's recht ist.
 

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